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Professor Dr. Alexander Drewitz, Mathematisches Institut (28.10.2016)

Ein Streifzug durch die Wahrscheinlichkeitstheorie — von den Anfängen bis zu zufälligen Medien

Im Vergleich zu einigen anderen mathematischen Disziplinen ist die Wahrscheinlichkeitstheorie ein eher junges Gebiet: Während beispielsweise die Anfänge der Geometrie und Zahlentheorie auf die Zeit vor Christi Geburt zurückgehen, so liegt die erste Geburtsstunde der Wahrscheinlichkeitstheorie in der Mitte des 17. Jahrhunderts: 1654 lösten Pascal und de Fermat das Teilungsproblem erstmalig korrekt. In diesen Anfängen wurde die Wahrscheinlichkeitstheorie vor allem durch Fragen aus Anwendungen getrieben, und sie bediente sich meist Werkzeugen anderer mathematischer Gebiete. 1933 gab Kolmogorov schließlich eine axiomatische Begründung der Wahrscheinlichkeitstheorie, was als ihre zweite Geburtsstunde angesehen wird. Auch weiterhin blieb die Wahrscheinlichkeitstheorie eng mit Fragestellungen aus anderen Disziplinen verknüpft, und wir werden aufzeigen, wie zufällige Medien natürlich hieraus hervorgehen.